Optische 3D-Messtechnik für anspruchsvolle Fertigungsumgebungen


In Presswerken, Gießereien und Werkzeugbaubetrieben der Automobilindustrie gehören großformatige Werkzeuge und Karosserieanbauteile zum Tagesgeschäft.

Typische Arbeitsumgebung und zentrale Herausforderungen

In Presswerken, Gießereien und Werkzeugbaubetrieben der Automobilindustrie gehören großformatige Werkzeuge und Karosserieanbauteile zum Tagesgeschäft. Ein Presswerkzeug für eine Seitenwand wiegt mehrere Tonnen und enthält hunderte von Funktionsflächen, deren Maßhaltigkeit im Zehntelmillimeterbereich liegen muss.

Die konventionelle Prüfung erfolgt oft mit Lehrvorrichtungen oder taktilen Messarmen. Beide Methoden haben systemische Nachteile:

INSVISION X-Track
INSVISION X-Track

Auswahldimensionen und Praxischecks

Schwerpunkt Entscheidungspunkt Umsetzungshinweis
Typische Arbeitsumgebung und zentrale Herausforderungen In Presswerken, Gießereien und Werkzeugbaubetrieben der Automobilindustrie gehören großformatige Werkzeuge und Karosserieanbauteile zum Tagesgeschäft. Ein Presswerkzeug für eine Seitenwand wiegt mehrere Tonnen und enthält hunderte von Funktionsflächen, deren Maßhaltigkeit im Zehntelmillimeterbe…
Lösungsansatz: Mobiles optisches Scannen mit integriert… Der AlphaVista-Handscanner von INSVISION kombiniert hochauflösende Streifenlichtprojektion mit einer KI-gestützten Auswertesoftware. Anders als stationäre Systeme arbeitet das Gerät direkt am Ort der Wertschöpfung – neben der Presse, in der Gießzelle oder im Werkzeuglager.
Ablauf einer typischen Messkampagne Der praktische Einsatz folgt einem reproduzierbaren Ablauf, der sich in bestehende Fertigungsprozesse einfügt: Das Bauteil verbleibt in seiner Aufspannung oder wird auf einer einfachen Auflage positioniert.
Warum INSVISION für diese Aufgabenstellung geeignet ist Der AlphaVista-Handscanner wurde für den rauen Fertigungsalltag entwickelt. Seine optische Messtechnik ist unempfindlich gegenüber Umgebungslicht und leichten Vibrationen, wie sie in Produktionshallen unvermeidbar sind.
  • Punktuelle Datenerfassung: Nur eine begrenzte Anzahl von Messpunkten wird erfasst. Flächenhafte Abweichungen, Welligkeiten oder lokale Verformungen bleiben unentdeckt.
  • Hoher Rüstaufwand: Das Bauteil muss aus der Linie genommen, gereinigt und auf einer Messmaschine ausgerichtet werden. Bei großen Werkzeugen ist das ein logistischer Kraftakt.
  • Lange Rückkopplungszeiten: Zwischen der Entnahme eines Teils und dem Vorliegen des Messberichts vergehen oft Stunden. In dieser Zeit kann die Fertigung bereits weitere fehlerhafte Teile produziert haben.
  • Eingeschränkte Dokumentation: Die Nachweisführung nach ISO- oder ASME-GD&T-Standards verlangt zunehmend flächenhafte Abweichungsanalysen, die mit Einzelpunktmessungen nicht wirtschaftlich zu erstellen sind.

Diese Engpässe verschärfen sich, wenn Bauteile im eingebauten Zustand geprüft werden müssen oder wenn empfindliche Oberflächen keine taktile Antastung erlauben. Genau hier setzt die mobile 3D-Messtechnik an.

INSVISION AlphaScan 3D-Scan-Demonstration

Lösungsansatz: Mobiles optisches Scannen mit integrierter Analyse

Der AlphaVista-Handscanner von INSVISION kombiniert hochauflösende Streifenlichtprojektion mit einer KI-gestützten Auswertesoftware. Anders als stationäre Systeme arbeitet das Gerät direkt am Ort der Wertschöpfung – neben der Presse, in der Gießzelle oder im Werkzeuglager.

Das Grundprinzip: Der Scanner erfasst innerhalb weniger Sekunden Millionen von Messpunkten und erzeugt eine dichte Punktwolke der Bauteiloberfläche.

Eine integrierte Soll-Ist-Vergleichsfunktion gleicht diese Punktwolke in Echtzeit mit dem hinterlegten CAD-Modell ab und visualisiert Abweichungen als farbcodierte Falschfarbendarstellung.

INSVISION AlphaAutoScan-400 Close-up 2: AlphaScanAuto paired with V-track for casting scanning demonstration
INSVISION AlphaAutoScan-400 Close-up 2: AlphaScanAuto paired with V-track for casting scanning demonstration

Für die automobile Serienfertigung bedeutet das: Ein Qualitätsprüfer kann ein frisch entformtes Gussteil scannen, ohne es abkühlen zu lassen oder in einen klimatisierten Messraum zu transportieren.

Die Software erkennt automatisch Referenzgeometrien, richtet die Scandaten am CAD-Modell aus und generiert einen GD&T-konformen Prüfbericht. Die Ergebnisse lassen sich direkt in bestehende QM-Systeme exportieren – ein durchgängiger digitaler Thread von der Erfassung bis zur Dokumentation.

Ablauf einer typischen Messkampagne

Der praktische Einsatz folgt einem reproduzierbaren Ablauf, der sich in bestehende Fertigungsprozesse einfügt:

INSVISION AlphaAutoScan-400 Demo 8: AlphaScanAuto scanning castings with AlphaScan
INSVISION AlphaAutoScan-400 Demo 8: AlphaScanAuto scanning castings with AlphaScan
  1. Vorbereitung und Referenzierung

Das Bauteil verbleibt in seiner Aufspannung oder wird auf einer einfachen Auflage positioniert. Bei Bedarf werden wenige Referenzmarken aufgeklebt, um die Scanpfade zu stabilisieren. Eine aufwändige Fixierung oder Reinigung entfällt in den meisten Fällen.

  1. Scanvorgang

Der Bediener führt den AlphaVista-Handscanner in gleichmäßigen Bahnen über die Oberfläche. Das System erfasst kontinuierlich 3D-Daten und zeigt den Scanfortschritt live an. Ungenügend erfasste Bereiche werden sofort markiert, sodass der Anwender gezielt nachscannen kann.

  1. Datenverarbeitung und Ausrichtung

Die Rohdaten werden automatisch in eine geschlossene Punktwolke umgewandelt. Ein Best-Fit-Algorithmus richtet die Punktwolke am CAD-Modell aus. Der Anwender kann zusätzlich manuelle Ausrichtungen auf Basis von Bohrungen, Ebenen oder anderen Bezugselementen vornehmen.

INSVISION AlphaAutoScan-400 Close-up Detail 6 of AlphaScanAuto Used with V-track for Casting Scanning Demonstration
INSVISION AlphaAutoScan-400 Close-up Detail 6 of AlphaScanAuto Used with V-track for Casting Scanning Demonstration
  1. Abweichungsanalyse und Berichtserstellung

Die Software erzeugt eine flächenhafte Abweichungskarte, die lokale Formfehler, Maßüberschreitungen und Trends sichtbar macht. Grenzwerte lassen sich individuell konfigurieren. Der fertige Prüfbericht enthält alle relevanten GD&T-Informationen und kann als PDF oder im QIF-Format ausgegeben werden.

Warum INSVISION für diese Aufgabenstellung geeignet ist

Der AlphaVista-Handscanner wurde für den rauen Fertigungsalltag entwickelt. Seine optische Messtechnik ist unempfindlich gegenüber Umgebungslicht und leichten Vibrationen, wie sie in Produktionshallen unvermeidbar sind. Die entscheidenden Produktmerkmale im Kontext der beschriebenen Anforderungen:

INSVISION AlphaScanAuto paired with V-track for cast part scanning demonstration - White background image 3
INSVISION AlphaScanAuto paired with V-track for cast part scanning demonstration – White background image 3
  • Portabilität: Der Scanner wiegt weniger als ein Kilogramm und wird über ein einziges Kabel mit einem leistungsfähigen Laptop verbunden. Ein Wechsel des Messorts erfordert kein aufwändiges Umrüsten.
  • Messvolumen und Genauigkeit: Das Sichtfeld erfasst pro Scan mehrere hundert Quadratzentimeter bei einer Messpunktauflösung im Submillimeterbereich. Die Systemgenauigkeit liegt in einem Bereich, der für die meisten Karosserie- und Gussanwendungen die normativen Anforderungen erfüllt.
  • Softwareintegration: Die Auswertesoftware unterstützt gängige CAD-Formate und bietet Schnittstellen zu QM-Datenbanken. Das vermeidet Medienbrüche und reduziert den Schulungsaufwand für das Personal.
  • Echtzeit-Feedback: Abweichungen werden noch während des Scanvorgangs sichtbar. Das ermöglicht eine sofortige Prozesskorrektur, etwa das Nachstellen eines Werkzeugs, bevor weitere fehlerhafte Teile entstehen.

Beobachtbare Auswirkungen im Fertigungsalltag

Unternehmen, die mobile 3D-Messtechnik in ihre Qualitätssicherung integrieren, berichten über mehrere qualitative Verbesserungen:

  • Verkürzte Messzyklen: Eine vollflächige Prüfung, die mit taktilen Methoden mehrere Stunden in Anspruch nahm, lässt sich in Minuten durchführen. Das beschleunigt die Freigabe von Erstmustern und die Reaktion auf Prozessdrifts.
  • Höhere Informationsdichte: Statt weniger Dutzend Einzelpunkte steht eine digitale Kopie der gesamten Oberfläche zur Verfügung. Das erleichtert die Ursachenanalyse bei Formfehlern und reduziert das Risiko unentdeckter Abweichungen.
  • Flexiblere Einsatzorte: Messungen direkt an der Maschine oder am Montageband entkoppeln die Qualitätsprüfung vom Messraum. Das senkt Transport- und Wartezeiten und ermöglicht häufigere Stichproben.
  • Verbesserte Lieferantenschnittstelle: Bei angelieferten Kaufteilen kann der Wareneingang mit einem mobilen Scanner eine schnelle Vollprüfung durchführen und Abweichungen sofort gegenüber dem Lieferanten belegen.

Übertragbarkeit auf ähnliche Fertigungsumgebungen

Das beschriebene Vorgehen ist nicht auf die Automobilindustrie beschränkt. Überall dort, wo komplexe Geometrien, große Bauteile oder empfindliche Oberflächen zu prüfen sind, bietet die mobile 3D-Messtechnik Vorteile:

  • Luftfahrt: Triebwerkskomponenten, Strukturbauteile aus Verbundwerkstoffen und Blechumformteile lassen sich ohne taktile Antastung auf Maßhaltigkeit und Konturtreue prüfen.
  • Werkzeug- und Formenbau: Spritzgießwerkzeuge und Druckgussformen können im eingebauten Zustand auf Verschleiß und Verzug kontrolliert werden, ohne die Produktion zu unterbrechen.
  • Energietechnik: Großgusskomponenten für Windkraftanlagen oder Turbinengehäuse profitieren von der schnellen flächenhaften Erfassung, die mit stationären Messmaschinen nicht wirtschaftlich wäre.
  • Reverse Engineering: Wenn für Altanlagen keine digitalen Modelle existieren, liefert der Scanner die Basis für die Neukonstruktion oder die additive Fertigung von Ersatzteilen.

In all diesen Szenarien bleibt der grundlegende Ablauf identisch: Scannen vor Ort, Abgleich mit dem CAD-Modell, Generierung eines Prüfberichts. Die Technologie skaliert mit der Bauteilgröße und der geforderten Genauigkeit.

INSVISION V-Track Combined Image (Small)
INSVISION V-Track Combined Image (Small)

Fazit

Die Integration optischer 3D-Messtechnik in die Serienfertigung ist kein Technologieprojekt um seiner selbst willen, sondern eine Antwort auf konkrete prozessuale Engpässe.

Der AlphaVista-Handscanner von INSVISION adressiert die Limitierungen taktiler Einzelpunktmessung, indem er flächenhafte Daten in Echtzeit liefert und den Messprozess vom klimatisierten Labor in die Produktionsumgebung verlagert.

Für Qualitätsverantwortliche, die Durchlaufzeiten verkürzen, die Dokumentationstiefe erhöhen und gleichzeitig den Rüstaufwand senken wollen, bietet dieser Ansatz einen pragmatischen Einstieg in die digitale Qualitätssicherung.

Die Übertragbarkeit auf angrenzende Branchen macht die Investition zukunftssicher – unabhängig davon, ob heute Karosserieteile, Turbinenschaufeln oder Spritzgießwerkzeuge geprüft werden.