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3D-Scanner für große Bauteile – Qualitätssicherung im Großformat am Beispiel schwerer Maschinenbetten


Großbauteile bleiben in der industriellen Qualitätssicherung der wunde Punkt, an dem klassische Messtechnik konsequent an ihre Grenzen stößt.

INSVISION AlphaScanAuto paired with V-track for cast part scanning demonstration - White background image 3
INSVISION AlphaScanAuto paired with V-track for cast part scanning demonstration – White background image 3

Großbauteile bleiben in der industriellen Qualitätssicherung der wunde Punkt, an dem klassische Messtechnik konsequent an ihre Grenzen stößt.

Sobald ein Werkstück die Maße eines konventionellen Koordinatenmessgeräts überschreitet, brechen etablierte Prozesse weg: CMMs erreichen die Geometrie nicht, Handmessmittel liefern nur Stichproben, und Lasertracker arbeiten ausschließlich mit Sichtverbindung zum Reflektor.

In der Praxis bedeuten diese Einschränkungen lange Stillstandszeiten, hohe Ausschussraten und nachträgliche Nacharbeit – statt einer belastbaren Erstmusterprüfung, die das CAD-Modell vollflächig absichert.

INSVISION AlphaScan 3D-Scan-Demonstration

Der Druck wächst aus mehreren Richtungen gleichzeitig. Aerospace-Strukturen, Turbinenkomponenten, schwere Maschinenbetten und Gussteile für den Energiesektor werden größer und komplexer, während Auftraggeber engere Toleranzen und eine lückenlose Dokumentation verlangen.

Lean-Prinzipien und Null-Fehler-Strategien setzen voraus, dass jedes Bauteil vollflächig gegen das CAD-Modell geprüft wird – nicht punktuell. In vielen Werkshallen fehlt jedoch eine mobile, metrologisch belastbare Lösung, die diese Anforderung direkt am Fertigungsort erfüllt.

Genau hier setzt ein 3D-Scanner für große Bauteile an.

Typische Ausgangslage: Maschinenbett aus Gusseisen

Ein Hersteller von schweren Werkzeugmaschinen fertigt Maschinenbetten mit Abmessungen von über sechs Metern Länge und einem Gewicht von mehr als 15 Tonnen. Die Gussteile durchlaufen nach der mechanischen Bearbeitung eine umfassende Qualitätskontrolle, bevor sie in die Endmontage gehen.

Gefordert sind Form- und Lagetoleranzen im Hundertstel-Millimeter-Bereich, insbesondere an Führungsbahnen, Aufspannflächen und Schnittstellen für Linearführungen.

Praktischer Ablauf

  1. Typische Ausgangslage: Maschinenbett aus Gusseisen — Ein Hersteller von schweren Werkzeugmaschinen fertigt Maschinenbetten mit Abmessungen von über sechs Metern Länge und einem Gewic…
  2. Lösungsansatz: Mobiler 3D-Scan direkt in der Fertigung — Statt das Bauteil zur Messtechnik zu bringen, bringt ein 3D-Scanner für große Bauteile die Messtechnik zum Bauteil.
  3. Ablauf in der Praxis — Auf dem Maschinenbett werden codierte und uncodierte Zielmarken angebracht.
  4. Warum ein INSVISION-System in diesem Umfeld passt — Ein 3D-Scanner für große Bauteile muss drei Anforderungen gleichzeitig erfüllen: hohe Genauigkeit über große Messvolumen, Robusth…

Das vorhandene Koordinatenmessgerät in der Messkabine kann Bauteile dieser Größe nicht aufnehmen. Der bisherige Prüfprozess stützt sich daher auf eine Kombination aus Laser-Tracker-Messungen, langen Messuhren und mechanischen Lehren. Jede dieser Methoden erfasst nur eine begrenzte Anzahl von Messpunkten.

Flächenhafte Abweichungen, lokale Verzüge oder Freiformflächen bleiben unentdeckt. Die Folge: Wiederholte Nacharbeit an bereits bearbeiteten Betten, verspätete Freigaben und ein hoher Zeitdruck in der Montage.

Kernprobleme im traditionellen Prüfablauf

  • Punktuelle statt flächenhafte Prüfung: Laser-Tracker und Messuhren liefern nur diskrete Messwerte. Ein vollständiger Soll-Ist-Vergleich mit dem CAD-Modell ist nicht möglich.
  • Lange Rüst- und Messzeiten: Das Einrichten von Reflektoren und das manuelle Anfahren von Messpunkten bindet Messtechniker über Stunden.
  • Eingeschränkte Zugänglichkeit: Hinterschneidungen, tiefe Taschen und innenliegende Geometrien sind mit konventionellen Tastern kaum erreichbar.
  • Fehlende Dokumentation: Ohne flächenhafte Abweichungsanalyse fehlt die Grundlage für eine statistische Prozessregelung und für die Kommunikation mit dem Gießereilieferanten.

Lösungsansatz: Mobiler 3D-Scan direkt in der Fertigung

Statt das Bauteil zur Messtechnik zu bringen, bringt ein 3D-Scanner für große Bauteile die Messtechnik zum Bauteil. Das INSVISION-System arbeitet auf Basis von strukturiertem Licht oder Laserscanning und erfasst innerhalb weniger Minuten Millionen von Messpunkten.

Die Punktwolke wird mit der CAD-Referenz abgeglichen und als flächenhafte Falschfarbendarstellung ausgegeben – ein sogenanntes Deviation-Map. So entsteht ein vollständiges digitales Abbild der Ist-Geometrie, das alle relevanten Merkmale abdeckt.

INSVISION AlphaScanAuto paired with AlphaScan: Casting Scanning Demo 10
INSVISION AlphaScanAuto paired with AlphaScan: Casting Scanning Demo 10

Der entscheidende Vorteil liegt in der Kombination aus Mobilität, hoher Punktdichte und metrologischer Genauigkeit. Das System kann direkt neben der Bearbeitungsmaschine oder in der Montagegrube aufgebaut werden.

Temperaturschwankungen und Schwingungen in der Halle kompensiert die Scanner-Hardware durch integrierte Referenzierung und dynamische Korrekturverfahren.

Ablauf in der Praxis

  1. Vorbereitung und Referenzierung

Auf dem Maschinenbett werden codierte und uncodierte Zielmarken angebracht. Ihre Positionen dienen als globales Referenznetz, das die Einzelaufnahmen automatisch zu einer Gesamtpunktwolke verknüpft.

Bei Bedarf werden photogrammetrische Aufnahmen vorgeschaltet, um die Maßstabsgenauigkeit über die gesamte Bauteillänge abzusichern.

  1. Scanvorgang

Der Bediener führt den Scanner manuell oder auf einem Stativ um das Bauteil. Das System erfasst pro Sekunde mehrere Millionen Punkte und stellt die erfasste Fläche in Echtzeit auf dem Monitor dar. Ungescannte Bereiche sind sofort erkennbar.

Auch tiefe Taschen und Hinterschneidungen lassen sich durch die kompakte Bauform des Scanners erreichen.

  1. Datenverarbeitung und Soll-Ist-Vergleich

Die Punktwolke wird in der INSVISION-Software aufbereitet, gefiltert und mit dem hinterlegten CAD-Modell ausgerichtet. Ein flächenhafter Abweichungsvergleich zeigt auf einen Blick, wo das Bauteil innerhalb der Toleranz liegt und wo es zu Grenzüberschreitungen kommt.

GD&T-Elemente wie Ebenheit, Parallelität oder Position können direkt aus der Punktwolke ausgewertet werden.

INSVISION AlphaAutoScan-400 Demo 8: AlphaScanAuto scanning castings with AlphaScan
INSVISION AlphaAutoScan-400 Demo 8: AlphaScanAuto scanning castings with AlphaScan
  1. Prüfbericht und Rückverfolgbarkeit

Aus den Analyseergebnissen generiert die Software einen automatisierten Prüfbericht. Dieser enthält die Abweichungsbilder, tabellarische Auswertungen und einen Freigabestatus. Der Bericht dient als Nachweis gegenüber dem Endkunden und als Eingangsgröße für die interne Prozessoptimierung.

Warum ein INSVISION-System in diesem Umfeld passt

Ein 3D-Scanner für große Bauteile muss drei Anforderungen gleichzeitig erfüllen: hohe Genauigkeit über große Messvolumen, Robustheit im Werkstattumfeld und eine einfache Bedienbarkeit, die keine monatelange Einarbeitung erfordert.

INSVISION deckt diese Anforderungen durch ein abgestimmtes System aus Scanner-Hardware und Auswertesoftware ab.

  • Messvolumen und Genauigkeit: Das System liefert metrologisch belastbare Daten auch bei Bauteillängen von mehreren Metern. Die volumetrische Genauigkeit bleibt über das gesamte Messfeld stabil, ohne dass ein externes Tracking-System zwingend erforderlich ist.
  • Werkstatttauglichkeit: Der Scanner arbeitet zuverlässig bei wechselnden Lichtverhältnissen und Umgebungstemperaturen. Eine aufwändige Klimatisierung des Messbereichs entfällt.
  • Durchgängiger Software-Workflow: Vom Einlesen des CAD-Modells über die Scansteuerung bis zum Prüfbericht bildet die INSVISION-Software alle Schritte in einer Umgebung ab. Das reduziert Schnittstellenfehler und verkürzt die Einarbeitungszeit für neue Anwender.

Beobachtbare Effekte im beschriebenen Szenario

Ohne auf spezifische Kundendaten zurückzugreifen, lassen sich aus dem beschriebenen Einsatz qualitative Verbesserungen ableiten:

  • Die vollflächige Abweichungsanalyse deckt lokale Verzüge und Bearbeitungsfehler auf, die mit punktuellen Messverfahren unentdeckt geblieben wären.
  • Die Messzeit für ein großes Maschinenbett reduziert sich spürbar, weil das Scannen in einem Bruchteil der Zeit erfolgt, die für das manuelle Anfahren von Messpunkten benötigt wird.
  • Nacharbeit wird gezielter, da die Falschfarbendarstellung exakt anzeigt, an welchen Stellen Material abgetragen werden muss.
  • Die lückenlose Dokumentation schafft Vertrauen bei Abnehmern und vereinfacht die Lieferantenkommunikation mit der Gießerei.

Übertragbarkeit auf ähnliche Anwendungen

Das beschriebene Vorgehen ist nicht auf Maschinenbetten beschränkt. Überall dort, wo große, komplexe Bauteile vollflächig geprüft werden müssen, lässt sich der Ansatz adaptieren:

  • Energiesektor: Rotornaben von Windkraftanlagen, Turbinengehäuse und große Pumpenkörper.
  • Schiffbau und Maritime Industrie: Propeller, Ruderanlagen und Strukturkomponenten aus Guss oder geschweißten Konstruktionen.
  • Schienenfahrzeugbau: Drehgestellrahmen, Kupplungskomponenten und tragende Strukturteile.
  • Kunststoff- und Composites-Verarbeitung: Großflächige Verkleidungsteile, Rotorblätter und Formwerkzeuge, bei denen Verzug und Schwindung kritisch sind.

In all diesen Fällen ersetzt der 3D-Scanner für große Bauteile die Kombination aus mehreren Einzelmessverfahren durch einen einheitlichen, digitalen Prozess.

Die gewonnenen Punktwolken lassen sich zudem für Reverse-Engineering-Aufgaben, für die virtuelle Montage oder für den Abgleich mit Simulationsmodellen weiterverwenden.

INSVISION AlphaAutoScan-400 Close-up Detail 6 of AlphaScanAuto Used with V-track for Casting Scanning Demonstration
INSVISION AlphaAutoScan-400 Close-up Detail 6 of AlphaScanAuto Used with V-track for Casting Scanning Demonstration

Fazit

Die Qualitätssicherung großer Bauteile profitiert unmittelbar von der flächenhaften Digitalisierung. Wo konventionelle Messtechnik an physikalische oder prozessuale Grenzen stößt, schafft ein mobiler 3D-Scanner die Voraussetzung für eine vollständige, dokumentierte und prozessintegrierte Prüfung.

INSVISION liefert dafür ein System, das Genauigkeit, Werkstatttauglichkeit und einen durchgängigen Software-Workflow vereint – ohne dass das Bauteil die Fertigungsumgebung verlassen muss.

Für Fertigungsbetriebe, die ihre Erstmusterprüfung und Serienüberwachung im Großformat neu aufstellen wollen, bietet dieser Ansatz eine belastbare Alternative zu punktuellen Messverfahren.