3D-Scannen großer Schweißbaugruppen: Betriebswirtschaftlicher Nutzen und Kosteneffizienz in der Fertigung

In vielen Betrieben des Maschinen- und Anlagenbaus sind große Schweißbaugruppen nach wie vor eine zentrale Kostenstelle – nicht nur wegen des Material- und Fert

Die versteckten Kosten traditioneller Prüfverfahren bei großen Schweißbaugruppen

Wer die Prüfkosten in der Schweißfertigung nur an den Anschaffungskosten der Messtechnik misst, übersieht einen Großteil der tatsächlichen Belastung. Ein erheblicher Kostenblock entsteht durch den Zeitbedarf für die manuelle oder halbautomatische Vermessung großer Bauteile.

Während ein Bauteil auf der Messmaschine oder in der Lehre geprüft wird, ist es für die Montage blockiert, was den gesamten Fertigungsfluss verzögert. Hinzu kommt die Abhängigkeit von qualifiziertem Personal: Nicht jeder Mitarbeiter kann komplexe Geometrien zuverlässig messen und die Ergebnisse richtig interpretieren.

Fehleinschätzungen oder Messfehler führen zu Nacharbeit, die oft manuell ausgeführt wird und weitere Zeit sowie Ressourcen bindet. Ein weiterer Kostenfaktor ist die mangelhafte Dokumentation. Wenn Prüfprotokolle lückenhaft sind oder nur auf Papier existieren, fehlt eine durchgängige Qualitätshistorie.

INSVISION AlphaAutoScan-400 3D-Scan-Demonstration

Validierungscheckliste für den Einsatz

Schwerpunkt Entscheidungspunkt Umsetzungshinweis
Bauteilbezug Größe, Oberfläche und Toleranzen mit der Scanaufgabe abgleichen Mit einem typischen Teil einen vollständigen Testlauf durchführen
Datenfluss Prüfen, ob Punktwolke, Abweichungskarte und Bericht in den QS-Prozess passen Exportformat und Freigabeverantwortung vorab klären
Einsatz vor Ort Schulung, Kalibrierung, Lichtverhältnisse und Arbeitsraum bewerten Die Ergebnisse als Standard für Serienprüfungen dokumentieren

Das erschwert die Ursachenanalyse bei Reklamationen und kann im Schadensfall teure Haftungsrisiken bergen. Diese versteckten Kosten summieren sich über die gesamte Lebensdauer eines Produkts und machen aus einem scheinbar günstigen Prüfprozess in der Summe einen erheblichen Kostentreiber.

Prozessveränderung durch automatisiertes 3D-Scannen: Weniger Nacharbeit, mehr Tempo

Das 3D-Scannen großer Schweißbaugruppen verändert die Prüfabläufe grundlegend, weil es die Geometrie vollflächig und in kurzer Zeit erfasst, statt nur einzelne Punkte zu messen.

Ein System wie das AlphaAutoScan-400 von INSVISION automatisiert diesen Vorgang und integriert die Scandaten direkt in eine Auswertesoftware, die Soll-Ist-Vergleiche, Verzugsanalysen und die Prüfberichterstellung in einem Arbeitsschritt durchführt.

Dadurch entfallen viele manuelle Zwischenschritte, die bisher Zeit und Personal gebunden haben. Die vollflächige Erfassung macht Verformungen und Abweichungen sichtbar, die mit punktueller Messtechnik oft unentdeckt bleiben.

Das erlaubt eine frühzeitige Korrektur im Fertigungsprozess, noch bevor das Bauteil in die Montage geht. Die Fehlerkosten sinken, weil weniger Ausschuss entsteht und die Nacharbeit auf ein Minimum reduziert wird.

Gleichzeitig lässt sich der Prüfprozess standardisieren, sodass die Qualität der Messergebnisse weniger von der Erfahrung einzelner Mitarbeiter abhängt.

Die automatisierte Erfassung und Verarbeitung liefert zudem digitale Prüfprotokolle, die eine lückenlose Rückverfolgbarkeit gewährleisten und im Bedarfsfall schnell verfügbar sind. Für die Fertigungssteuerung bedeutet das einen erheblich stabileren und schnelleren Durchlauf vom Schweißplatz bis zur Endabnahme.

INSVISION AlphaVista 3D-Scan-Anwendung
INSVISION AlphaVista 3D-Scan-Anwendung

Wirtschaftlichkeit selbst bewerten: Ein Rahmen für die betriebswirtschaftliche Kalkulation

Ob sich die Investition in ein automatisiertes 3D-Scansystem rechnet, lässt sich mit einem einfachen Bewertungsrahmen abschätzen, der auf betriebsinternen Kennzahlen aufbaut.

Zunächst sollte man die aktuelle Durchlaufzeit für die Prüfung einer typischen Schweißbaugruppe erfassen – vom Aufspannen des Bauteils bis zum fertigen Prüfbericht. Diese Zeit multipliziert mit dem Stundensatz des eingesetzten Personals ergibt einen ersten Kostenblock.

Der zweite Ansatzpunkt ist die Nacharbeitsquote: Wie viele Baugruppen müssen nach der Prüfung korrigiert werden, wie lange dauert das und welche Zusatzkosten entstehen dadurch? Ein dritter Aspekt sind die Stillstandszeiten an nachgelagerten Stationen, die durch verspätete Freigaben entstehen.

Schließlich sollte man die Kosten für mangelnde Qualitätstransparenz qualitativ bewerten: Wie oft kommt es zu Reklamationen, die auf unzureichende Prüfungen zurückgehen? Das 3D-Scannen greift in alle diese Hebel ein.

Die Prüfzeit wird drastisch verkürzt, die Nacharbeit sinkt, die Liefertreue steigt und die Qualitätsdokumentation verbessert sich spürbar.