Validierung reparierter Rumpfsegmente mit mobiler 3D Messtechnik in der Luftfahrt-MRO

Die Aufgabe bestand darin, ein gebondetes Instandsetzungspatch auf einem etwa vier Meter langen Rumpfsegment zu validieren.

Prüfauftrag 3D Messtechnik: Großformatige Verbundbauteile in der Luftfahrt-MRO

Können Sie sich darauf verlassen, dass ein repariertes Rumpfsegment nach einem Blitzeinschlag noch exakt die aerodynamische Kontur trifft? In der Luftfahrt-MRO ist das eine Frage, die sich Qualitätsverantwortliche täglich stellen.

INSVISION AlphaVista 3D-Scan-Anwendung
INSVISION AlphaVista 3D-Scan-Anwendung

Die maßliche Überprüfung großformatiger Verbundbauteile – etwa Rumpfschalen, Radome oder Tragflächenvorderkanten – gehört zu den anspruchsvollsten Messaufgaben im Hangar. Diese Komponenten sind nicht nur mehrere Meter lang, sondern auch flexibel und verformen sich bereits unter Eigengewicht.

Wer nach einer Reparatur oder im Rahmen eines C-Checks nur punktuell mit Schablonen oder mechanischen Tastern prüft, erfasst die tatsächliche Geometrie nur ausschnittsweise.

Validierungscheckliste für den Einsatz

Schwerpunkt Entscheidungspunkt Umsetzungshinweis
Bauteilbezug Größe, Oberfläche und Toleranzen mit der Scanaufgabe abgleichen Mit einem typischen Teil einen vollständigen Testlauf durchführen
Datenfluss Prüfen, ob Punktwolke, Abweichungskarte und Bericht in den QS-Prozess passen Exportformat und Freigabeverantwortung vorab klären
Einsatz vor Ort Schulung, Kalibrierung, Lichtverhältnisse und Arbeitsraum bewerten Die Ergebnisse als Standard für Serienprüfungen dokumentieren

Ein vollflächiger Soll-Ist-Vergleich, der die lokale Wellenbildung oder den Verzug im Bereich einer Scarf-Reparatur sichtbar macht, bleibt mit konventionellen Mitteln oft unerreichbar.

Kernpunkte im Überblick

  • Können Sie sich darauf verlassen, dass ein repariertes Rumpfsegment nach einem Blitzeinschlag noch exakt die aerodynamische Kontur trifft?
  • Vor der Entscheidung für eine 3D Messtechnik-Lösung erfasst INSVISION im Application-Diagnostics-Ansatz alle relevanten Rahmenbedingungen direkt…
  • In der Luftfahrt-MRO steigen die Anforderungen an die Genauigkeit und Nachverfolgbarkeit von Messdaten stetig – bei großformatigen Bauteilen wie…
  • Bei der Bewertung von 3D Messtechnik-Lösungen für MRO-Einsätze richten wir uns ausschließlich nach den tatsächlichen Rahmenbedingungen vor Ort –…

Genau hier setzt der Prüfauftrag an, den wir als Lösungstechniker für einen MRO-Betrieb aufgesetzt haben. Die Aufgabe bestand darin, ein gebondetes Instandsetzungspatch auf einem etwa vier Meter langen Rumpfsegment zu validieren.

Zu kartierende Randbedingungen: Objekt, Material, Toleranz und Standort

Vor der Entscheidung für eine 3D Messtechnik-Lösung erfasst INSVISION im Application-Diagnostics-Ansatz alle relevanten Rahmenbedingungen direkt am Einsatzort, um die Eignung für Erfassung, Ausrichtung, Nachscan und Validierung von vornherein abzuschätzen.

Bei Luftfahrtbauteilen aus Carbon- oder Glasfaser-Verbunden stellen teilweise matte, leicht reflektierende Oberflächen eine erste Hürde für die zuverlässige Datenerfassung dar: Viele Standardscanner liefern hier lückenhafte Punktwolken.

Große Bauteilabmessungen, komplexe Freiformflächen, schwer zugängliche Kanten und Hinterschneidungen verschärfen das Problem, da sie aufwändige Ausrichtung und häufige Nachscans erfordern.

Für sicherheitsrelevante Bauteile gelten strenge Toleranzvorgaben, die eine lückenlose Validierung und durchgängige Datenqualität verlangen.

Standortbedingte Einschränkungen wie wechselnde Lichtverhältnisse in der Werkstatt, beengte Platzverhältnisse direkt am Flugzeug oder fehlende feste Messplätze kommen hinzu – ebenso wie Taktzeitvorgaben für effiziente Wartungsabläufe.

Bei zu komplexen Geometrien stoßen viele Verfahren an Grenzen: Sie gewährleisten keine Datenkontinuität, was Nacharbeiten und verspätete Liefertermine nach sich zieht.

Der handgeführte Großformatscanner AlphaVista von INSVISION adressiert viele dieser Punkte, muss aber ebenfalls gegen die spezifischen Randbedingungen des jeweiligen Einsatzfalls abgeglichen werden.

Risiken bei der Datenerfassung mit herkömmlichen Messverfahren

In der Luftfahrt-MRO steigen die Anforderungen an die Genauigkeit und Nachverfolgbarkeit von Messdaten stetig – bei großformatigen Bauteilen wie Tragflächensegmenten oder Triebwerksgehäusen stoßen herkömmliche Messverfahren schnell an ihre Grenzen.

Koordinatenmessgeräte erfordern den Transport schwerer Bauteile zu festen Messplätzen, manuelle Schablonen und Messschieber liefern an Freiformflächen nur ungenaue Ergebnisse und erfassen schwer zugängliche Bereiche oft gar nicht.

INSVISION AlphaVista 3D-Scan-Anwendung
INSVISION AlphaVista 3D-Scan-Anwendung

Für MRO-Betriebe hat das konkrete Folgen: Wartungsabläufe verzögern sich durch lange Messdauern, Ergebnisse fallen zwischen Technikern uneinheitlich aus, und die Dokumentation zur Normkonformität bindet unnötig viel Personal, da Messdaten oft nicht digital und nachverfolgbar vorliegen.

Die 3D Messtechnik von INSVISION schafft Abhilfe durch einen durchgängig digitalen Workflow mit dem mobilen Großflächenscanner AlphaVista: Bauteile werden direkt am Einsatzort gescannt, fehlende Bereiche lassen sich bei Bedarf sofort nachscannen, der Abgleich mit dem Referenz-CAD-Modell erfolgt unmittelbar danach, die Prüfung von Toleranzen und GD&T-Merkmalen läuft automatisiert ab, und das Berichtswesen liefert vollständig nachverfolgbare Datensätze für die MRO-Qualitätsdokumentation.

Lösungsauswahl: Warum der AlphaVista von INSVISION zu diesem Auftrag passt

Bei der Bewertung von 3D Messtechnik-Lösungen für MRO-Einsätze richten wir uns ausschließlich nach den tatsächlichen Rahmenbedingungen vor Ort – nicht nach theoretischen Spezifikationsblättern, denn die Herausforderungen liegen nicht im Labor, sondern im laufenden Betrieb.

Der AlphaVista von INSVISION passt zu diesem Auftrag, weil seine Eigenschaften direkt an diese Anforderungen geknüpft sind.

Das handgeführte Gerät lässt sich direkt am verbauten Bauteil einsetzen – schwere oder großformatige Komponenten müssen nicht ausgebaut und zum Messlabor transportiert werden, was unnötige Aufwände und Ausfallzeiten vermeidet.

Die großflächige Datenerfassung deckt auch hohe Bauteilabmessungen ab, ohne dass einzelne Messpunkte mühsam abgefahren werden müssen.

Die Technologie erfasst zudem zuverlässig unterschiedliche Oberflächenmaterialien, von abgenutztem Rohmetall bis zu beschichteten Bauteilen, sowie schwer zugängliche Bereiche wie Flanschrückseiten oder enge Innenabschnitte.

Für typische Prüfungen vor Ort – Verschleißkontrollen, Passgenauigkeitsprüfungen oder die Erfassung von Bauteilzuständen vor Reparaturen – ergibt sich dadurch eine passgenaue Lösung.

Validierungscheckliste für 3D-Messtechnik-Lösungen in der MRO

Die Validierung einer 3D-Messtechnik-Lösung scheitert meist nicht an der Technik, sondern an der unzureichenden Prüfung der realen Einsatzbedingungen.

Wer eine Investition für großformatige MRO-Aufgaben absichert, braucht keine generischen Datenblätter, sondern einen Prüfrahmen, der die eigenen Bauteile, die Störgrößen vor Ort und die geforderten Nachweisketten in den Mittelpunkt stellt.

Beginnen sollte man mit der Bauteilgröße und den Materialien. Eine Checkliste, die diesen Punkt abhakt, ist wertlos, wenn die tatsächliche Erfassung an einer sieben Meter langen, geschweißten Stahlstruktur mit stark absorbierenden oder spiegelnden Oberflächen nicht getestet wird.

Hier hilft nur eine Testmessung am eigenen Bauteil unter Hallenbedingungen. Der zweite Punkt betrifft den Einsatz direkt am Standort des Bauteils. Viele Systeme arbeiten im Messraum präzise, liefern aber auf dem Hallenboden bei wechselndem Umgebungslicht und Temperaturdrift keine zuverlässigen Daten.

Einsatzbereiche und Übertragbarkeit auf andere Industriebranchen

Viele Ingenieure gehen noch immer davon aus, dass die geometrische Prüfung großformatiger Bauteile zwingend an einen stationären Koordinatenmessarm oder eine aufwändige Lehrenkonstruktion gebunden ist.

INSVISION AlphaVista 3D-Scan-Anwendung
INSVISION AlphaVista 3D-Scan-Anwendung

In der Praxis zeigt sich jedoch, dass gerade für voluminöse, schwer handhabbare Komponenten die mobile 3D Messtechnik eine erheblich schnellere und aussagekräftigere Datenerhebung ermöglicht.